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Law & Order: True Crime - Im Angesicht des echten Verbrechens

Deutschland hat Filme wie Das Mädchen Rosemarie und die preisgekrönte NSU-Trilogie, um sich auch im Fernsehen den großen Kriminalfällen der bundesrepublikanischen Vergangenheit zu widmen In den USA wird diese Funktion seit einigen Jahren von True Crime-Serien  übernommen, die sich zum Teil dokumentarisch, zum Teil fiktionalisiert den spektakulärsten Prozessen und Kriminalfällen der US-Vergangenheit widmeten und denen es teilweise sogar gelungen ist, die Kriminalgeschichte ein Stück weit umzuschreiben oder sogar zu korrigieren.

Serien wie „Der Unglücksbringer“, der es nach Jahrzehnten tatsächlich gelungen ist, den amerikanischen Immobilienerben Robert Hearst vor laufender Kamera des Mordes zu überführen. Oder das Aufsehen erregende „Making A Murderer“, dem es zu verdanken  ist, dass der Fall Brendan Dassey öffentlichkeitswirksam zum Justizskandal umgedeutet wurde. Schließlich die mit Top-Besetzung inszenierte „American Crime Story“, die sich zunächst dem Fall O.J. Simpson und aktuell dem Mord an Gianni Versace gewidmet hat.  Kurz: Das echte Leben schreibt wahrscheinlich die packendsten Kriminalfälle. Und keiner weiß das besser als Produzent Dick Wolf, der bereits 1990 mit dem Serienklassiker „Law & Order“ auf größtmögliche Nähe von Fällen und Polizeiarbeit zum echten Leben gesetzt hat. Die nächste Evolutionsstufe der langlebigen Franchise hin zu „Law & Order: True Crime“ ist also nur der nächste logische Schritt.

Genauso wie die Besetzung der ersten Staffel, die eindrucksvoller kaum sein könnte: „The Sopranos“-Star Edie Falco ist in der Rolle der Anwältin zu sehen, in weiteren Rollen glänzen unter anderem die Serienlegenden Harry Hamlin („L.A. Law“) und Athony Edwards („E.R.“), der behandelte Fall schließlich gehört zu den Aufsehen erregendsten der jüngeren US-Geschichte: Dem Fall der mörderischen Menendez Brüder.

In dessen Mittelpunkt stehen Lyle und Erik Menendez, die im Alter von 21 bzw. 18 Jahren im August 1989 ihre beiden Eltern erschossen hatten, zunächst aber nicht als Verdächtige im Mordfall gehandelt worden waren. Erst als sie durch verschwenderische Geldausgaben und ein Geständnis beim Psychiater auffielen, wurde ihnen schließlich der Prozess gemacht. Und es blieb nicht bei einem, weil sich die Jury im öffentlichkeitswirksam im TV ausgestrahlten ersten Durchgang nicht auf ein Urteil einigen konnte. Bis 1996 zog sich die juristische Aufarbeitung des grausamen Mordfalles, an dessen Ende ein Urteil stand, dessen Berechtigung – nicht zuletzt infolge des schweren Missbrauchs, dem die Menendez-Brüder ausgesetzt waren – bis zum heutigen Tag in Zweifel gezogen wird.

Warum das so ist, sollten sich Krimifans keinesfalls entgehen lassen. Am 19. April feiert die achtteilige Anthologieserie „Law & Order: True Crime“ immer donnerstags um 21:50 Uhr seine exklusive Deutschlandpremiere bei 13th Street. Und wer weiß, was für Folgen die gewonnenen Erkenntnisse diesmal haben...

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