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Stipe Erceg spricht über seine Rolle und das Thema Glaube

Stipe Erceg spricht über seine Rolle des namenlosen Priesters in der neuen Serie Culpa - Niemand ist ohne Schuld.  Hier könnt ihr nachlesen, was Stipe an dieser exzentrischen Figur fasziniert, und wie er selbst zum Thema Glaube steht.

 

Stipe, was hat dich gereizt die Hauptrolle des Priesters bei „Culpa-Niemand ist ohne Schuld“ zu übernehmen?

Ich glaub, ich bin Mönch im Leben und für mich ist ein Priester in allererster Linie ein Mönch. Da habe ich gedacht,  wenn ich mein Leben mit meinem Beruf verbinden kann, dann mache ich das.

Was ist die Prämisse von „Culpa-Niemand ist ohne Schuld“

In „Culpa-Niemand ist ohne Schuld“ geht es hauptsächlich darum, dass Leute noch nicht begangene Verbrechen beichten, und ich als Priester versuche das zu verhindern.

Wie hast du dich der Rolle genähert?

Für mich gibt es zwei Dinge, über die man ehrlich gesagt eigentlich nicht reden kann. Das sind zum einen die eigene Kreativität und zum anderen der Glaube. Und beides verbindet sich hier in diesem Projekt… besonders eigentlich in der Figur des Priesters. Für mich liegt das Geheimnis im Schweigen. Anders kann man Gott nicht begegnen. Etwas zu spielen ist eine Sache, aber so etwas  als Tat des eigenen Lebens zu begreifen, mit meinen ganzen Gedanken, meinem Herzen - das ist für mich der Versuch das genau zu erfahren.

War das Rollenangebot als Priester ein ganz besonderes für dich?

Nichts im Leben ist zufällig, auch keine Rolle. Die kommt immer zum richtigen Zeitpunkt. Sie ist eine Herausforderung. Den Priester zu spielen,  ist für mich wie ein Reset. Seit einiger Zeit hinterfrage ich all die Dinge, die ich tue. Bei vielem tritt so eine Gewohnheit und totale Langeweile ein. Dann spult man das sein Leben lang ab. Und dann dachte ich mir – ach komm, so ein Priester, das ist doch so mächtig eigentlich. Das ist doch absolut richtig. Eigentlich möchte ich nichts anderes machen. Eigentlich bin ich Priester, verstehst du? (lacht)

Wäre es auch im echten Leben eine Option für dich?

Nein, das muss man ja studieren. Ich bin kein Laien-Priester. Man muss schon geweiht sein, das zu tun.

Bist du gläubig?

Der Psychologe Carl Gustav Jung wurde mal gefragt: „Glauben sie an Gott?“  und antwortete: „Wissen sie, Glauben, das ist so eine Sache.  Ich weiß es!“

Wie hast du deinen Charakter bei „Culpa-Niemand ist ohne Schuld“ angelegt?

(Stipe schweigt lang) So ist er.

Er spricht nicht viel?

Na ja, er spricht das, was er als Text bekommt. Das ist die eine Sache. Das ist die Pflicht, die man als Schauspieler hat. Aber die andere Sache ist: Was ist zwischen den Worten? Das ist eigentlich, was mich tatsächlich interessiert.

Ist das die Herausforderung?

So wie ich den Beruf in der ganzen Zeit, seit ich aktiv bin, erfahren hab,  ist es so: ACTION -  dann stirbt der Schauspieler – DANKE -  Dann lebt er wieder. Das Leben findet immer vor ACTION und nach DANKE oder CUT statt- aber was ist dazwischen? Da muss das Leben stattfinden.

Welche Botschaft transportiert für dich „Culpa-Niemand ist ohne Schuld“?

Meine ganz persönliche Botschaft ist natürlich die christliche Nächstenliebe. Das ist ein Grund, warum ich den Priester tatsächlich so spiele und spielen möchte. Unser Leben ist so schnelllebig. Wo ist der Moment der Ruhe und der Stille, die wir erfahren können?  Ich hab schon oft gebeichtet. So ein Beichtstuhl ist wirklich ein enormer Raum, der einen zu sich selbst bringt. In unserer heutigen Welt ist immer alles nach außen gerichtet. Alle schreien nach außen: Hallo, hallo, ich bin da! Aber ich hab verstanden: wenn das alle machen, dann mach ich genau das Gegenteil.  Ich geh nach innen. Die Bewegung muss eigentlich nach innen gehen. Also wenn du mich zwingst eine Botschaft in die Welt zu schicken, dann kann ich sagen, die Botschaft ist: Die Welt ist innen.

Worin liegt deiner Meinung nach der Unterschied zu anderen Serien, die gerade auf dem Markt sind?

Ich hab einfach noch keine Serie im Beichtstuhl gesehen. Der Hauptteil der einzelnen Episoden findet tatsächlich im Beichtstuhl statt. Im Dialog. Vielleicht ist es das. Das sind sehr wenige Locations, sehr sparsame Locations. Und was außergewöhnlich ist, bin natürlich ich (lacht) und meine wunderbaren Kollegen.

Wie war die Zusammenarbeit mit der jungen Produktionsfirma Readymade Films?

Alle wunderbar. Ohne Ausnahme. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jano Ben Chaabane und dem Kameramann Tobias Koppe hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich auch wieder mit  so jungen Menschen gearbeitet habe, weil  man dann doch irgendwie anders agiert. Und die dann auch ein Angebot annehmen. Und das hat mir eigentlich so ein bisschen gefehlt in den letzten Jahren. Manchmal sollte man dahin zurückgehen, wo man am Anfang war. Dann kann man auch neue Erfahrungen machen.

Hast du eine Lieblingssequenz?

Es gibt einen Satz, den ich zum Polizisten sage Warum soll er mir vertrauen? Dann sage ich zu ihm „Weil ich Priester bin“ That‘s it!

Was treibt den Priester an?

Das ist das große Geheimnis, was in den nächsten Folgen erzählt wird. Na ja, christlich gesehen: Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Das klingt so einfach, Gerechtigkeit. Aber so einfach ist es nicht.

Worauf können sich die Zuschauer freuen?

Der Zuschauer kann sich auf wunderbare Geschichten freuen, mit tollen Schauspielern.


Tags: Culpa - Niemand ist ohne Schuld   Interview  


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