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Interview mit Serinda Swan zu "Coroner - Fachgebiet Mord"

Serinda Swan wird zur Anwältin der Toten: Ab 30. Mai 2019 um 20:13 Uhr zeigt 13th Street die brandneue Crime-Serie um die Rechtsmedizinerin Dr. Jenny Cooper. An der Seite von Mordkommissar Donovan McAvoy (Roger Cross) ermittelt sie in mysteriösen Mordverbrechen Torontos. In einem Interview mit 13th Street spricht die kanadische Schauspielerin über ihren Seriencharakter, ihr Engagement für Frauenrechte und warum sie nicht an ihren langen Haaren hängt.

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Wie kam es dazu, dass Sie die Rolle der Jenny Cooper übernommen haben?
Serinda Swan: Seit „Bellevue“ war ich ein Fan von Morwyn [Anm. d. Red.: Brebner]. Ich habe für die Rolle vorgesprochen und war von Anfang an begeistert. Das Skript und Konzept waren hervorragend. Ihre Skripte sind so viel mehr als nur Worte. Sie schreibt nicht einfach die Geschichte einer Gerichtsmedizinerin, die menschliche Probleme hat – bei ihr steht der Mensch im Fokus, der auch Gerichtsmediziner ist. Es war einer dieser symbiotischen Momente, in denen sich alles fügte, denn ich war wirklich bereit zurück nach Kanada zu kommen. Ich war seit meiner Rolle in „Republic of Doyle – Einsatz für zwei“ nicht mehr dort. Ich dachte mir, Kanadier sind so talentiert und ich verstehe nicht, warum wir es nicht öfter zeigen. Wir verstecken uns hinter amerikanischen Produktionen, dabei finde ich, dass Kanada wirklich talentiert ist. Ich wollte zurückkommen und diese Serie machen, die mein Land repräsentiert.


Gibt es viele weibliche Gerichtsmedizinerinnen?
Serinda Swan: Oh ja, definitiv. Es gibt tatsächlich sogar eine Gerichtsmedizinerin in Toronto, die Jennifer heißt und 35 Jahre alt ist – sorry, Jennifer, falls du dein Alter für dich behalten wolltest! Sie ist also genauso alt wie Jenny in der Serie. Ich habe im Vorhinein viel Recherche betrieben, habe mich mit ihr getroffen und konnte mit ihr offen über ihren Job reden. Oftmals wird sie bei ihren Einsätzen von älteren Polizeibeamten und Ermittlern gemustert, wenn sie ankommt, was sie wirklich nervt. Aber sobald sie drinnen ist, ist sie in ihrem Element. Sie ist außerdem auch Notärztin. Sie ist quasi Jenny – aber ohne die Panikattacken und Halluzinationen. Ich konnte im Vorfeld bei einer Autopsie dabei sein, habe Bücher gewälzt und mich mit unterschiedlichen Rechtsmedizinern und Pathologen ausgetauscht. Es ist schön zu sehen, dass ihre Geschichte mit so viel Liebe zum Detail erzählt wird, weil das Berufsfeld wirklich spannend ist. Es ist ergreifend zu sehen, mit welcher Würde die Verstorbenen behandelt werden.
Die Rolle ist für mich eine große Herausforderung und ich freue mich, dass es eine weibliche Hauptrolle ist. In den letzten Jahren gab es sehr viele männlich dominierte Serien, die man jetzt nicht abschaffen soll, aber ich finde, wir sollten genauso viele Serien mit weiblichen Hauptdarstellerinnen sehen.


Was haben Sie von Ihrem Seriencharakter Jenny gelernt?
Serinda Swan: Zu allererst habe ich unglaublich viel über die menschliche Anatomie gelernt. Bei einer Autopsie dabei zu sein, war sehr lehrreich – ich hatte das Gefühl mein eigenes
Gehirn zu sehen. Auch die Fähigkeit Körper und Geist zu trennen, was man bei einer Autopsie machen muss, war eindrucksvoll und hat mich auf die Szenen in der Serie vorbereitet. Ich versuche mir das immer wieder beim Dreh ins Gedächtnis zu rufen. Die Würde und der Anstand, mit dem die Verstorbenen behandelt werden, haben mich nachhaltig beeindruckt. Für die meisten von uns wäre das eine erschütternde, angsteinflößende Tätigkeit und sie machen das Tag für Tag. Außerdem habe ich viel durch Jennys Eigenarten gelernt – sie ist auf so eine schöne Art und Weise schräg. Ich habe gelernt, was Menschen aus Liebe tun… Es heißt, dass man etwas zwanzig Mal getan haben muss, damit es zu einer Gewohnheit wird – und das ist wahr! Mittlerweile gehe ich nach Hause und habe ein nervöses Zucken, weil sie eins hat!

War diese Rolle für Sie schwieriger zu spielen als frühere Rollen?
Serinda Swan: Es gab einige Herausforderungen, die ich meistern musste: Anspannung und Angst im Körper zu halten, eine Panikattacke zu haben, zu halluzinieren… Es waren viel mehr Dinge, die sich auf einer mentalen Ebene abspielen, die schwieriger zu spielen waren als bei früheren Rollen. In meiner vorletzten Rolle habe ich meinen Kopf komplett abrasiert - es kommt vermutlich darauf an, was man persönlich als schwierig empfindet. Für mich war die Glatze kein Problem, während das für andere Menschen die schlimmste Vorstellung aller Zeiten wäre. Ich hänge nicht sehr an meinen Haaren, also habe ich kein Problem mit Länge und Farben zu experimentieren. Ich würde die Rolle von Jenny auch nicht als schwierig bezeichnen, sondern als bereichernd. Es ist für mich ein Privileg, in diesen Menschen eintauchen zu dürfen und herauszufinden, wie sie tickt, um das dann wiederum durch meinen Körper und mein Spiel auszudrücken.


Sie sind für einen guten Zweck aus einer Höhe von fast fünfeinhalb tausend Metern Fallschirm gesprungen, um auf Menschhandel aufmerksam zu machen. Wie kann man - oder vor allem Frau - in der Welt etwas verändern?
Serinda Swan:
Du kennst deine Fähigkeiten, du kennst deine Privilegien, du hast eine Stimme und dann baust du darauf auf. Als kanadische Staatsbürgerin habe ich schnell gemerkt, dass ich in der Lotterie des Geburtsorts gewonnen habe. Ich wurde mit Rechten geboren, ich wurde mit dem Recht auf Bildung geboren, ich wurde mit einer Stimme geboren und niemand hat je versucht mir das zu nehmen oder mich zum Schweigen zu bringen. Als ich in Ländern wie Kambodscha, Vietnam, Thailand oder Malaysia war, habe ich Frauen in meinem Alter kennengelernt, die all das nicht hatten. Wenn man also die Möglichkeiten betrachtet, die ich als Schauspielerin habe, habe ich entweder eine Plattform oder ein Podest. Entweder man rückt sich selbst ins Scheinwerferlicht oder nutzt seine Chance, andere Menschen und andere Probleme zu thematisieren. Es gibt tausend Dinge, die man tun kann. Ich habe diese beeindruckenden Videos eines Friseurs gesehen, der auf die Straße geht und Obdachlosen die Haare schneidet. Und man kann den Unterschied sehen: Es ist, als ob sie neue Menschen wären. Man muss sich also selbst fragen: Was kann ich mit meinen Fähigkeiten und in meinem Umfeld verändern? Und das muss nicht unbedingt etwas Großes sein, man muss es nur herausfinden!

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