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Jack Ryan: Der Mann mit den vielen Gesichtern

James Bond hat es in seinen rund 60 Dienstjahren beim Geheimdienst ihrer Majestät auf insgesamt sieben Darsteller gebracht (wenn man David Nivens Darstellung in „Casino Royale“ von 1967 miteinbezieht), sein Konkurrent von der amerikanischen CIA hat es in etwa halb so langer Zeit auf fünf namhafte Hollywood-Stars gebracht. Keine Frage: Neben der britischen Doppelnullsieben, die demnächst zum bereits 25. Mal „Keine Zeit zu sterben“ hat, gehört Jack Ryan mit Sicherheit zu den umtriebigsten Agenten auf internationalen Leinwänden. Seine zwei bislang letzten Kinoausflüge zeigt 13th Street am 28. April („Jack Ryan: Shadow Recruit“) und 12. Mai („Der Anschlag“) im Rahmen des Killer Kinos. Für uns Anlass genug, den filmischen Werdegang des CIA-Analysten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Tom Clancys Vorlage(n) 
Zum ersten Mal hat US-Bestsellerautor Tom Clancy seinen US-Agenten Jack Ryan 1984 auftreten lassen und es bis zu seinem Tod im Jahre 2013 auf insgesamt 18 Romane gebracht, die von Kritikern gerne zum sogenannten Ryanverse zusammengefasst (und von anderen Autoren mittlerweile ausgeweitet) werden. Ihnen gemein ist ein oft hoher Grad an Realismus und militärischer Sachkenntnis, die dazu geführt haben, dass seine Romane immer ein gutes Stück stärker in unserer Realität verankert blieben als dies die oft eher fantastischen James Bond-Ausflüge taten. Gleich sein erster Einsatz, die „Jagd auf roter Oktober“, hat es zu einer prominent besetzten Leinwand-Adaption gebracht.

Der Ur-Ryan: Alec Baldwin
Die meisten kennen ihn mittlerweile als Donald Trump aus Saturday Night Live, aber 1990 war Alec Baldwin noch ein richtiger Hot Shot, der unter der Regie von Action-Spezialist John McTiernan („Die Hard“) 1990 zum ersten und einzigen Mal in die Rolle der Clancy-Figur schlüpfen durfte. Sein Commander Jack Ryan ist noch vom langsam antauenden Kalten Krieg geprägt und soll einem russischen U-Boot-Kommandanten (ausgerechnet Ur-Bond Sean Connery) dabei helfen, in die USA überzulaufen. Klar, dass dabei auch gleich noch ein drohender Atomkrieg verhindert werden kann.

Der Senior: Harrison Ford
Nur zwei Jahre später durfte mit Harrison Ford („Star Wars“, „Indiana Jones“) ein echter – damals aber auch schon Fünfzigjähriger – Haudegen in die Rolle des CIA-Analysten schlüpfen. Zunächst musste er es 1992 unter der Regie von Philip Noyce in „Die Stunde der Patrioten“ mit Terroristen aus Irland und Lybien aufnehmen, zwei Jahre später machte das gleiche Team in „Das Kartell“ Jagd auf einen kolumbianischen Drogenbaron. An seiner Seite übrigens erstmals auch die zweitbekannteste Schöpfung aus dem Clancy-Stall: Der von Willem Dafoe verkörperte John Clark.

Der Schönling: Ben Affleck
Es dauerte fast zehn Jahre, bevor Jack Ryan ein neues und sehr viel jüngeres Gesicht und damit einen weiteren Neuanfang erhielt. Der damals noch junge Ben Affleck schlüpfte 2002 für Der Anschlag in die Rolle des jungen CIA-Analytikers und bekam es abermals mit einem drohenden Weltkrieg zu tun. Grund dafür: Eine Atomexplosion mitten in Baltimore, für die man fälschlicherweise die Russen verantwortlich macht. Der auch mit Morgan Freeman, James Cromwell und Liev Schreiber (als John Clark) top besetzte Agententhriller wird von 13th Street am 12. Mai im Rahmen des Killer Kino ausgestrahlt.

Der Nachwuchs: Chris Pine
Noch einmal zwölf Jahre später erscheint uns Jack Ryan mit dem Gesicht eines „Star Trek“-Kapitäns: Chris Pine ist unter der Regie von Shakespeare-Spezialist Sir Kenneth Branagh in die Fußstapfen von Baldwin, Ford und Affleck getreten und darf als Shadow Recruit noch einmal von vorne anfangen. Der packende Actioner folgt ihm über seine Studentenzeit und einen traumatischen Einsatz in Afghanistan bis an den Schreibtisch als verdeckt arbeitender CIA-Analyst an der Wall Street. Wo er über verdächtige Transaktionen darauf aufmerksam wird, dass ein russischer Oligarch die USA in eine Finanzkrise stürzen will. Selten war seine Unterstützung so prominent wie hier: Neben Pine dürfen sich Thriller-Fans u. a. auf Keira Knightley, Kevin Costner und Sir Kenneth Branagh selbst freuen. Im Rahmen des Killer Kino ist die insgesamt fünfte Jack Ryan-Verfilmung am 28. April auf 13th Street zu sehen.

Die Zukunft: John Krasinski
Längst ist das Ryan-Universum mittlerweile auch im Streaming-Zeitalter angekommen. Und noch einmal wird hier seit 2018 die Geschichte des CIA-Analysten von vorne erzählt. Diesmal sieht er aus wie „A Quiet Place“-Star John Krasinski, der es in mittlerweile zwei hochgelobten Staffeln der Serie „Tom Clancy’s Jack Ryan“ mit dem internationalen Terror- und Agentengeschäft aufnimmt. Übrigens so erfolgreich, dass der gleiche Streaminganbieter noch einmal nachgelegt hat: Mit Michael B. Jordans John Clark erobert nun auch Clancys Nummer zwei in „Without Remorse“ die Heimkinos. Auch hier ist das Sequel bereits ausgemachte Sache.

Verpasst nicht die beiden letzten Filme nach Tom Clancy-Vorlage und überzeugt euch im 13th Street „Killer Kino“ davon, dass die CIA dem MI6 in Sachen prominenter Agentenlizenzen in nahezu Nichts nachsteht:
Am Mittwoch, den 28. April ab 21 Uhr gibt es auf 13th Street „Jack Ryan: Shadow Recruit“ zu sehen.
Am Mittwoch, den 12. Mai ab 21 Uhr folgt dann „Der Anschlag“.