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Wer drin ist, ist in! Im Unheilbad beim 13th Street Shocking Short 2019

„Wer drin ist, ist in“. Das hat schon der legendäre Helmut Dietl gewusst. Und das gilt seit 20 Jahren auch ganz besonders für die Verleihung des 13th Street Shocking Short während des Münchner Filmfests. Man müsste nur wissen, wo genau dieses „drin“ ist. Denn mit zum Mythos „Shocking Short“ gehört auch die stets exquisite Location mit sehr ausgesuchtem Motto. Und die Tatsache, dass Tickets für das Event in etwa so begehrt sind wie für das Champions League-Finale mit bayerischer Beteiligung.

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Nach u. a. einem ehemaligen Gefängnis, der Pathologie oder dem Jagd- und Fischerei-Museum ging es diesmal ins altehrwürdige Müllersche Volksbad, eine Badeanstalt mit Tradition, die direkt an der Isar gelegen per se schon für mondänen Glanz sorgt. Und der potenzierte sich anlässlich der 20. Verleihung der „Shocking Shorts Awards“ nicht nur dank der prominenten Jury um die Schauspieler Uwe Ochsenknecht, Götz Otto, Aleksandar Jovanovic und Janina Fautz, sondern auch wegen der zahlreichen prominenten Gäste aus Film und Fernsehen, die gekommen waren, um einen jungen Nachwuchsfilmer auf seinem Weg nach Hollywood zu begleiten… und natürlich um gesehen zu werden. Schließlich ist das hier München.

Hier also empfingen die zahlreichen „Krankenschwestern“ und Pfleger im Bademantel zur Party im „Unheilbad“, das genretypisch dekoriert schon von sich aus einen gruseligen Charme ausstrahlte. Verstärkt nicht nur durch die ein oder andere Wasserleiche, die in einem der Schwimmbecken zu finden war, sondern auch durch die Münchner Isarnixen, deren unheimlich vernebelte Synchron-Performance neben der eigentlichen Preisverleihung um 22:13 zu den frühen Highlights gehört. Zumindest so lange, bis der Tod die Macht übernahm. Unter den drei Finalisten war nämlich auch eine sehr musikalische, tragischerweise aber auch bald schon sehr tote Fruchtfliege, deren Kampf mit dem Tod Lukas von Berg als „Tod einer Fruchtfliege“ wie eine animierte Opernarie inszenierte. Was ihm letztlich den begehrten Shocking Short-Award und damit die Reise zum Universal Filmmasters Program in den Universal Studios in Hollywood einbrachte.

Die freilich wurde nicht sofort angetreten. Schließlich gab es noch etwas zu feiern. Denn die 20. Shocking Shorts zogen sich wie üblich bis in die frühen Morgenstunden. Mit etlichen Drinks, namhaften Stars, viel Sehen-und-Gesehen-Werden und der nicht erst seit „Kir Royal“ unsterblich gewordenen und sehr Münchnerischen Einsicht: Wer drin ist, ist in. Auch in den nächsten 20 Jahren…